Das Schicksal eines Flüchtlings teilte auch Jesus mit seiner Familie

12-07-2016
717

Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz ermuntert zur Gastfreundschaft gegenüber Flüchtlingen

Die Taufe Polens vor 1050 Jahre hatte eine soziale, kulturelle, nationale und staatliche Dimension – betonte Erzbischof Stanisław Gądecki während der 25. Wallfahrt der „Familie von Radio Maria“ auf Jasna Góra, an welcher ungefähr 100.000 Menschen teilnahmen. Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz lud die Kirche in Polen zur Fürsorge für diejenigen ein, die am bedürftigsten seien, besonders Migranten und Flüchtlinge, um damit ein Vorbild zur Haltung der christlichen Barmherzigkeit zu geben. 

Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz unterstrich, dass die Taufe vor allem eine persönliche Bedeutung für Mieszko I. gehabt habe. Der Fürst habe eine radikale spirituelle Wende vollzogen. Dies bedeutete nicht, dass er von einer Religion zur anderen wechselte, das heißt von der heidnischen zur christlichen Religion, sondern vom Kult der Schöpfung zum Kult des Schöpfers, vom Kult der Werke aus der Hand Gottes zum Kult von Gott selbst. „Die Annahme der Taufe brachte vom ersten Moment an in allen Bereichen einen Erfolg in der Entwicklung der nationalen Kultur. Auf das Gebiet Polens kamen damals hervorragende Intellektuelle. All diese Künstler, wie auch die späteren, wurden vom Glauben, von der christlichen Lehre inspiriert“, sagte Erzbischof Gądecki.

Die Kirche in Polen, die durch die Taufe in Christus verwurzelt ist, ist dazu berufen, den Glauben an Jesus mit Demut und Mut durch die Taten der Barmherzigkeit zu bekennen. Ein Ausdruck dafür ist die Sorge um die Flüchtlinge. „Die Pflichten der Christen bei diesem Thema leiten sich aus der Offenbarung Gottes und der Tradition der Kirchen ab. Das Schicksal eines Flüchtlings teilte auch unser Herr Jesus Christus mit seiner Familie, als sie vor dem Zorn des Herodes flohen (vgl. Mt 2,13-15). Die Aufgabe der Kirchen besteht darin, die Herzen zu erziehen, welche durch konkrete Taten der Barmherzigkeit, den Leidenden und denjenigen, die vor Krieg, Verfolgung und Tod flüchten, zur Hilfe zu kommen. Diese Haltung von Christen gegenüber anderen Menschen war seit dem Anfang der Kirche ihr besonderes Kennzeichen“, sagte der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz.

Erzbischof Stanisław Gądecki erinnerte daran, dass Papst Franziskus am 6. September 2015 darum gebeten habe, dass „jede Pfarrei, jedes Kloster und jedes Heiligtum in Europa eine Flüchtlingsfamilie aufnimmt“. Dadurch habe er uns zur Hilfe und zum Schutz der Flüchtlinge aller Konfessionen ermuntert.

Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz betonte, dass Papst Franziskus auf die Notwendigkeit einer Integration der Migranten in das europäische Milieu hingewiesen habe. „Die Flüchtlinge müssen die Pflichten gegenüber denjenigen erfüllen, die sie zu Gast haben. Sie müssen auch das materielle und spirituelle Erbe des Ankunftslandes respektieren und gegenüber seinen Gesetzen gehorsam sein, sowie einen eigenen Beitrag zur Erstattung der Kosten leisten. Der Papst ist also für eine Integrationspolitik, und nicht für Multikulturalität, wie sie vom linken Milieu gefordert wird.“

„Gottesmutter von Jasna Góra, hilf, dass die Flüchtlinge und Migranten, die ohne Zuhause, Familie und alles, was ihnen bisher vertraut war, sind, Deine liebende Gegenwart erfahren können. Öffne unsere Herzen, so dass wir sie als unsere Schwestern und Brüder aufnehmen, in deren Gesichtern wir das Antlitz Deines Sohnes erblicken“, betete der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz.