225 Jahre haben die Polen auf diesen Moment gewartet

11-11-2016
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„Wir haben auf diesen Moment 225 Jahre gewartet“, betonte der Metropolit von Warschau, Kardinal Kazimierz Nycz beim Eröffnungsgottesdienst im Tempel der Göttlichen Vorsehung in Warschauer Stadtteil Wilanów. Am 11. November 2016, dem polnischen Unabhängigkeitstag, ist der Tempel für die Gläubigen eröffnet worden. Zum Bau dieses Tempels hatte sich die polnische Nation bereits im Jahr 1791 aus Dankbarkeit für die Verabschiedung der ersten polnischen Verfassung verpflichtet. Die Bauarbeiten am Tempel der Göttlichen Vorsehung wurden durch die Teilung Polens und später durch den Zweiten Weltkrieg und die kommunistische Regierung verhindert.

Am Anfang der Heiligen Messe dankte Kardinal Kazimierz Nycz seinem Vorgänger, dem im Jahr 2013 verstorbenen Kardinal Józef Glemp, dem Initiator des Baus des Tempels der Göttlichen Vorsehung, sowie den Spendern und allen Anwesenden.

„Wir danken Gott und den früheren Generationen für die Freiheit und Unabhängigkeit, die wir heute genießen dürfen, und wir erinnern daran, dass diese Freiheit für uns ein Geschenk ist, aber gleichzeitig auch eine Aufgabe“, betonte der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanisław Gądecki, in seiner Predigt. Er bemerkte ferner, dass die Entscheidung des verstorbenen Kardinals Józef Glemp über die Verwirklichung des Gelübdes der Nation mutig war, und dass es manchmal unterschätzt wurde, wenn er die Nation vor einem leeren Versprechen warnte.

Am Ende der Heiligen Messe äußerte der Primas von Polen, Erzbischof Wojciech Polak den Wunsch, dass dieser Eröffnungsgottesdienst im Tempel der Göttlichen Vorsehung nicht nur der Ausdruck des nationalen Dankes sein solle, sondern auch ein Ansporn für Polen sein müsse, immer mehr Verantwortung und Kreativität bei der Gestaltung der Gegenwart und der Zukunft des Vaterlandes zu übernehmen, für das die früheren Generationen den höchsten Preis bezahlt hätten.

Beim Gottesdienst aus Anlass des Nationalfeiertages der Unabhängigkeit Polens und der Eröffnung des Tempels der Göttlichen Vorsehung nahmen der Apostolische Nuntius in Polen und Vertreter der höchsten Autoritäten der Republik Polens teil: Präsident Andrzej Duda, die beiden Vorsitzenden des Sejms und des Senats, sowie Ministerpräsidentin Beata Szydło, und zahlreiche Gläubige. Die Feierlichkeiten zur Eröffnung des Tempels werden bis zum 13. November dauern.