Die Eröffnung des Tempels der Göttlichen Vorsehung in Warschau

10-11-2016
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Am polnischen Nationalfeiertag, dem 11. November, an dem die Nation der eigenen Unabhängigkeit gedenkt, wird dieses Jahr in Warschau der Tempel der Göttlichen Vorsehung für die Gläubigen eröffnet. Es handelt sich dabei um die Verwirklichung eines Gelübdes, zu dem sich die polnische Nation vor 225 Jahren verpflichtet hat. 

Im Jahr 1791 versprach das polnische Volk, dem Willen von König Stanislaus August Poniatowski folgend und kraft des Gesetzes des sogenannten „Vierjährigen Sejms” (Polnisches Parlament von 1791-1795), aus Dankbarkeit für die Verabschiedung der Verfassung, welche die erste in Polen und dritte in der Welt war, Gott eine Weihegabe zu bauen. Die Bauarbeiten des Tempels der Göttlichen Vorsehung wurden durch die Teilung Polens 1792 und später durch den Zweiten Weltkrieg verhindert. Einen Widerstand gegen den Bau leisteten auch die kommunistischen Behörden. Auf Initiative des früheren Primas, Kardinal Józef Glemp, begann man im freien Polen mit der Realisierung des Weihgabe-Versprechens. So starteten im Jahr 2003 die Bauarbeiten.

Am 11. November 2016, dem Nationalfeiertag der Unabhängigkeit Polens, wird der Tempel der Göttlichen Vorsehung in Warschau für die Gläubigen eröffnet. Die Eucharistiefeier findet statt mit Kardinal Kazimierz Nycz, mit dem Vorsitzenden der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanisław Gądecki, sowie dem heutigen Primas von Polen, Erzbischof Wojciech Polak. Beim Gottesdienst werden auch Vertreter der höchsten Autoritäten der Republik Polens anwesend sein: Präsident Andrzej Duda, die beiden Vorsitzenden des Sejms und des Senats, sowie Ministerpräsidentin Beata Szydło.

Am Mittag dieses Tages wird ein zweiter Gottesdienst gefeiert, bei dem der Akt der Danksagung und Weihe an die Göttliche Vorsehung stattfinden wird. Abends wird im Tempel eine Vorpremiere des Musikstückes „Przymierze“ (Das Bündnis) aufgeführt, das für diese Gelegenheit von Michał Lorenc komponiert wurde. Lee Reynolds wird das Orchester der Beethoven-Akademie und den „Capella Corale Varsaviana”-Chor dirigieren.

Die Feierlichkeiten zur Eröffnung des Tempels enden am 13. November.

Der Bau des Tempels der Göttlichen Vorsehung wird von mehr als 80.000 Spendern aus Polen und dem Ausland unterstützt. Neben dem Tempel befindet sich das Zentrum der Göttlichen Vorsehung, das mit dem Museum von Johannes Paul II. und Primas Wyszyński verbunden ist. Im Tempel gibt es das „Pantheon großer Polen“, wo Persönlichkeiten beerdigt sind, die sich für die polnische Kultur und Wissenschaft sowie das Vaterland verdient gemacht haben.

BP KEP

fot: Mazur/Episkopat.pl